Wenn ein Mann nach mehr als drei Jahrzehnten die Kommandobrücke verlässt, dann darf man getrost von einer Zäsur sprechen: Nach 32 Jahren engagierter und wegweisender Begleitung hat der Verein „seeGe“ (Verein zur Förderung der psychosozialen Dienste im Kreis Coesfeld e.V.) Paul Kiffmeyer als Mitglied der ersten Stunde verabschiedet. Im Rahmen einer Feierstunde würdigte der Vorstand gemeinsam mit der stellvertretenden Landrätin Angelika Selhorst ein berufliches und ehrenamtliches Engagement, das weit über das übliche Maß hinausging.
Gemeinsam mit dem Vereinsvorsitzenden Valentin Merschhemke und seiner Stellvertreterin, Anne Willing-Kertelge, dankte Selhorst dem künftigen Ruheständler für über drei Jahrzehnte unermüdlichen Einsatz an einer entscheidenden Schnittstelle der regionalen Infrastruktur.
„Paul Kiffmeyer hat die Vereinsarbeit von Anfang an mit guten Anregungen und fachlicher Tiefe mitgetragen“, betonte der Vorsitzende Valentin Merschhemke. „Er war nicht nur ein Planer, sondern ein Initiator vernetzter Strukturen, die den Menschen im Kreis direkt zugutekommen.“ Ob als Geschäftsführer der Gesundheitskonferenz oder in den unzähligen Arbeitskreisen von der Suchthilfe bis zur Gerontopsychiatrie: Kiffmeyer brachte die Akteure an einen Tisch und bündelte die Interessen im Kreisgebiet. Die Etablierung der Suchtberatung in Coesfeld, Dülmen und Lüdinghausen sowie die weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannten „Tage der seelischen Gesundheit“ tragen unverkennbar seine Handschrift.
Ein besonderer Dank des Vereins galt in diesem Zuge auch den Landräten und der Kreispolitik der vergangenen drei Jahrzehnte. Diese hätten kontinuierlich den Rahmen dafür geschaffen, dass Kiffmeyer seine fachliche Expertise so wirkungsvoll einbringen konnte. Ohne diese politische Flanke, so hieß es am Abschiedsabend, wäre der Aufbau der heute so geschätzten Angebotsstrukturen – wie etwa der Kontakt- und Beratungsstelle – kaum denkbar gewesen.
Nach dem offiziellen Rückblick wurde es persönlich: Dass Paul Kiffmeyer ein leidenschaftlicher Fan der Nordseeinsel Spiekeroog ist, blieb bei der Feierstunde kein Geheimnis. Passend dazu überreichte der Vorstand ein Geschenk, das ihn auf seinen künftigen Reisen an die Küste begleiten wird. „Wir wünschen unserem ‚Lotsen‘ nun allzeit gute Fahrt im wohlverdienten Ruhestand und immer eine frische Brise im Rücken“, verabschiedete der Vorstand den sichtlich gerührten Experten unisono